Lifestyle-Sprüche wie „Life begins at the end of your comfort zone“ springen einem überall ins Gesicht. Damit wir stolz auf uns sein können, müssen wir ständig über uns hinauswachsen; suggeriert uns dieser Spruch.

Warum sollte ich bewusst an meine Belastungsgrenzen gehen, wenn mir das Leben genug Herausforderungen entgegen schmeißt?

Mir gefallen Sprüche wie:

 

oder

 

Ich bin die beste Version von mir selbst und ich will nicht über mich hinauswachsen. Ich bin schon groß und muss nicht mehr wachsen. Denn das tue ich automatisch, jeden Tag aufs Neue, mit meinen neuesten Erfahrungen und Erlebnissen. Die Psychologen Richard Tedeschi und Lawrence Calhoun beschreiben diesen Prozess als post-traumatisches Wachstum, denn nicht das Alter macht uns weise, sondern die Herausforderungen, die wir gemeistert haben, so die Psychologen.
Alles was ich bisher erlernt, erlebt und mir in die Wiege gelegt wurde, machen mich zu dem Menschen, der ich bin.
Ich will nicht zu einer Selbstoptimierungsmaschine avancieren und Tipps von Zeitschriften, Bücher und Coaches aus dem Internet hinterherhechten, um hipp und am Puls der Zeit zu leben. Ich freue mich, mich auf das zu besinnen, was ich habe, was mir Spaß bereitet und mich zufrieden macht. Deshalb habe ich mich für eine Facebook-Abstinenz seit dem 29. Juli 2020 entschieden.

Selbstfürsorge anstatt Selbstoptimierung

Ich habe mich für Selbstfürsorge entschieden und achte auf meine Bedürfnisse.

In Zeiten von social Media werden soziale Kontakte über die sozialen Kanäle digital abgebildet, dabei verlieren sie allerdings an Tiefe.  Das fehlt mir,  ich brauche den persönlichen Kontakt, erst recht zu Corona-Zeiten.
Seit ca. zwei Wochen befinde ich mich in einer selbst verordneten Facebook-Abstinenz und habe in dieser Zeit schon so viele schöne Dinge gemacht, wie Schwimmen gehen, Sport, Malen, sich mit Freunden treffen, gute Musik hören, Gartenarbeit und unsere Urlaubsplanung abgeschlossen. Klar kann man jetzt sagen, dass ist doch auch möglich, wenn ich nicht abstinent von Facebook lebe. Tatsächlich ist es so, dass ich wesentlich mehr Zeit und Lust habe, andere schöne Dinge zu tun, so wie ich auch jetzt gerade Lust habe, diesen Artikel zu schreiben. Ich habe in den letzten zwei Wochen so viel auf die Reihe bekommen, wie ich sonst in einem halben Jahr nicht schaffe.  Ich bin sogar so weit, dass ich mir überlege, die Facebook-Abstinenz noch über einen längeren Zeitraum auszuweiten. Mir geht es richtig gut und ich bin selber erstaunt über mich, wie viel ich in zwei Wochen an tollen Dingen getan habe.

Hinzu kommt natürlich, dass ich mit meiner süßen Emma die Zeit so richtig genießen möchte. Sie ist so niedlich, je älter sie wird.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu überlegen, wie er seine verbleibende Zeit verbringt und was er eventuell verpasst bei zu viel social Media.

In dem Sinne, vielleicht bis bald auf Facebook.  Ich freue mich auf Kommentare zum Beitrag in der Kommentarfunktion und nicht auf Facebook ;-).